törnbericht einer besonders "reizvollen" überstellung

Forum zum Thema Yachtcharter und Reviere

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wolfgangA
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Re: törnbericht einer besonders "reizvollen" überstellung

Beitrag von wolfgangA » Donnerstag 14. Januar 2016, 20:55

noch ein Beispiel fällt mir ein

diese Firma bot auch katamarantrainings an
und nein: es war NICHT yachting 2000, die sind sehr in Ordnung

egal

beim anlegen eines kats hatte einer der Trainees vergessen, eine achterleine zu versorgen
ich war schon fertig mit meiner Crew und schaute halt zu, wie der kat anlegte
die backbordachterleine war schon am steg, aber keiner kümmerte sich drum, der Trainee stand nur da und sah so wie ich zu
um zu verhindern, dass diese leine in den Propeller kam, wies ich ihn drauf hin, worauf er die leine versorgte

der Trainer auf diesem schiff hat mich daraufhin dermassen niedergemacht, oder besser niedermachen wollen, dass es keine Freude war, er hat nur herumgeschrieen und wild gefuchtelt
so mancher hat nur mehr mit dem kopf geschüttelt
das war auch keine Lehrmethode, denn die leine war ganz knapp vor dem abrutschen, er wollte nur seinen fehler kaschieren

das waren schon so manche zustände damals... :-)

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Re: törnbericht einer besonders "reizvollen" überstellung

Beitrag von wolfgangA » Donnerstag 14. Januar 2016, 21:06

für mich mein Fazit:

wenn die front net funktioniert, dann wird die firma nichts machen können

die front waren für mich damals ca 5 Trainer, die sich ihre pfründe sichern wollten und andere Trainer unter druck setzten
wenn die front sche... ist, gibt's für die hinteren nix zu lachen
sicherlich mit ein grund, warum diese Firma heute nicht mehr existent ist

schad eigentlich...

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Re: törnbericht einer besonders "reizvollen" überstellung

Beitrag von wolfgangA » Freitag 15. Januar 2016, 16:18

als ich mein Motorboot schrottete:

so geschehen august1988, glaub ich, oder war es 1987?

ganz genau weiss ich es nicht mehr
Logbuch hab ich damals noch nicht geführt, und auch statt einer Seekarte hatte ich eine Landkarte mit
ich weiss, schande über mich, aber so lernt man
aber einen Kompass hatten wir auf unserem boot, toll :-?

das boot war eine teel18, ein 6m küstenboot, nix besonderes, aber mit einem 4zylinder Volvo penta innenborder und z-antrieb
Benziner

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Re: törnbericht einer besonders "reizvollen" überstellung

Beitrag von wolfgangA » Sonntag 17. Januar 2016, 17:48

wir waren zu fünft, 2 paare und ein kleiner junge so von etwa 5 jahren

2 mobos, 2 Autos, 2 Trailer und 2 zelte
und alle waren wir in Vorfreude auf 2 Wochen geilen mobo Urlaub bei biograd

gestartet sind wir von wien, nachdem wir unsere beiden boote noch auf der Donau getestet hatten, für tauglich befanden und auch so manche Ersatzteile gekauft hatten
impeller und co, für mein boot nicht, da einkreiskühlung, aber dafür reservespritkanister und einen reservepropeller
man weiss ja nie...

die fahrt nach biograd dauerte 24 std, da man mit nem hänger ja nur langsam fahren konnte und hinter jedem lkw nachfuhr

in biograd haben wir einklariert, problemlos, obwohl wir alle nur das donaupatent hatten
kranen, und wir sind mit den booten im wasser

davor hatten wir schon Domizil bezogen auf einem Campingplatz einige km südlich von biograd
zelte aufgestellt, uns eingerichtet und dann eben halt die boote erledigt
alles supi, alles ok

abends gingen wir, nein, fuhren wir essen, ins meduza in biograd
ein echt gutes lokal, das unser stammbeisl wurde

Fortsetzung folgt

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Re: törnbericht einer besonders "reizvollen" überstellung

Beitrag von wolfgangA » Sonntag 17. Januar 2016, 17:56

unsere Ausrüstung war minimalst, nicht, weil wir minimalisten gewesen wären, im Gegenteil, sondern weil wir noch keine Ahnung hatten
wir hatten ein paar strassenkarten, reservespritkanister, Ersatzteile, Werkzeug und vor allem einige Angelruten dabei
jeder einen bootskompass
das wars...

wir legen uns vor einen selbstgebauten, mitgebrachten ankerkorb (aus baustahlgitter, geschnorrt von einer wiener Baustelle)
und Herbert mit seinem boot, einer windy17 an eine vorhandene boje
den Ballast aus steinen für meinen ankerkorb haben wir aus etwa 4m tiefe heraufgetaucht

wir waren guter dinge :-)

ab nächsten tag wollten wir fischen, mobo fahren, die welt erkunden uvm

wie es weitergeht?
kommt noch...

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Re: törnbericht einer besonders "reizvollen" überstellung

Beitrag von wolfgangA » Sonntag 17. Januar 2016, 18:09

Abendessen im meduza

ein Familienbetrieb mit hervorragendem essen

wir fuhren spätabends, aber noch vor mitternacht zurück zum Campingplatz
etwas wind war zu spüren, teils böig, teils aber auch wieder nichts
es waren etwa 2 km zum platz

dort angekommen, richteten die Mädels unsere zelte für die nacht und Herbert und ich gingen zum strand, oder eher den felsen, um nach den booten zu sehen
unten wehte ziemlicher wind, jugo, wie ich heute weiss
aber die boote hielten sich gut, fanden wir
ritten die wellen recht gut ab, naja, so 50cm halt

beruhigt gingen wir schlafen...

Fortsetzung folgt

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Re: törnbericht einer besonders "reizvollen" überstellung

Beitrag von wolfgangA » Sonntag 17. Januar 2016, 18:23

tja, wie es weiterging...

gegen 0300 Uhr früh wurde ich durch den wind munter
der rüttelte und zerrte an unserem zelt (ein 4personen-hauszelt), dass es keine Freude mehr war

ich griff mir meine Taschenlampe und rief nach Herbert
der war aber eh auch schon munter
Marion, meine damalige frau, und gabi, herberts frau, waren auch schon wach

wir gingen zu den booten und die Damen versuchten die zelte zu sichern
klasse Sache, um drei Uhr früh :twisted:

die boote, naja, die hatten sich beide losgerissen und waren an land gespült worden
während herberts windy mit dem bug voran auf dem sand auflag, schlug unsere teel permanent gegen die felsen
kurz war ich im boot, um ggf zu starten und zu versuchen, wegzukommen, so schlug mir sofort penetranter benzingeruch entgegen
das starten das Motors hab ich unterlassen
lange haben wir versucht, das boot gegen die felsen zu sichern, mit seilen, brettern fendern usw, no Chance

schliesslich gaben wir auf und gingen zu den zelten zurück
aber auch hier wurde es nochmals spannend
Marion war mit unserem wagen aufs Vorzelt draufgefahren, um zu verhindern, dass es ganz wegflog
Herbert und gabi hatten ein igluzelt, das hielt stand

um ca 0500 legten wir uns nochmals aufs ohr, ändern konnten wir eh nix mehr und bei Tageslicht kann man besser sehen und arbeiten

Fortsetzung folgt

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Re: törnbericht einer besonders "reizvollen" überstellung

Beitrag von wolfgangA » Sonntag 17. Januar 2016, 18:55

kaum eingeschlafen, wurden wir geweckt, es ist 0700 uhr
leute vom platz, allen voran der Platzwart

grosssse problema, grosssse problema

jaja, ihr lieben, wir wissen es eh schon, aber das Adrenalin treibt uns eh raus

wir gehen wieder runter, es regnet, die wellen sind minimal geworden
die boote, unverändert, die teel hängt in den felsen, die windy liegt am strand
wie das wohl weitergehen wird?

der Platzwart wird uns helfen, sagt er
na dann? bloss wie?

als erstes versuchen wir mit hilfe von anderen platzbenutzern, einem rangerover und vielen anschiebenden Kräften, die windy zu bergen
keine Chance
also trifft Herbert die einzige richtige Entscheidung, mit dem flautenschieber zur nächsten slipanlage zu fahren, da der hauptmotor abgesoffen war, und dort das boot zu bergen
er hatte im rumpf der windy nur einen kleinen, 5cm langen und 5mm breiten riss
das gelang auch

zwischenzeitlich kam hilfe aus biograd für unsere teel

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Re: törnbericht einer besonders "reizvollen" überstellung

Beitrag von wolfgangA » Freitag 22. Januar 2016, 22:37

hilfe kam aus biograd

zwei boote, eines mit ca 10m länge, eines mit etwa 7m länge
man versprach mir, das boot in die marina zu bringen

das kleinere boot schleppte unsere teel von den felsen frei
die teel sank immer tiefer, obwohl 2 mann schöpften und schöpften...

am strand gab es eine kleine bar, ich vergönnte mir ein Bier und sah zu
wohl war mir nicht

gabi war böse auf mich, vorwürfe...
"wie kannst du nur hier so rumstehen..."
ich: "na was soll ich tun? mich unten drunter stellen und hochhalten?"

meine frau sagte kein wort...
hatte aber schon angespannt, den hänger :-)

Herbert war auch schon mit seinem boot unterwegs zum slipplatz
gabi musste dann auch schon mit dem auto los, um ihn samt boot abzuholen
dann hatte ich ruhe...
bis auf mein boot...

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Re: törnbericht einer besonders "reizvollen" überstellung

Beitrag von wolfgangA » Freitag 22. Januar 2016, 22:50

unglaublich, aber wahr
sie hatten es geschafft

die teel wurde zwischen den beiden booten festgezurrt und quasi im huckepackverfahren zwischen den beiden booten nach biograd gebracht
Marion und ich flogen im Auto hinterher, samt hänger :-)

in der marina sahen wir die traurigen Überreste unseres bootes zwischen den beiden anderen booten daherkommen...naja...
kranen...

auch hier wieder ein Problem

das boot ist so voll gelaufen, dass der kran das gewicht nicht hebt, also wieder schöpfen
auch hier wieder zwei marinamitarbeiter, es wurde das boot leer geschöpft, so ca 20 Minuten
danach kranen und das boot aufsetzen auf unseren hänger

gleich noch ein tip: bei dem und dem Mechaniker kannst du den Motor machen lassen
DANKESCHÖN...aber

das war noch nicht alles

dann ging es mir um die Rechnung
also um die Bezahlung des Einsatzes
immerhin waren 2 boote, 4 mann und mehrere stunden in Einsatz gewesen
wohl keine allzu billige Sache

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Re: törnbericht einer besonders "reizvollen" überstellung

Beitrag von wolfgangA » Freitag 22. Januar 2016, 23:03

unser boot ist am hänger

wir wollen die Rechnung erledigen
ich hab so auf 5-7000 ats geschätzt, viel Geld damals

jetzt schätzt mal, wie teuer kam uns der Einsatz

wie erwähnt:

2 boote, 4 mann, ca 5 std Einsatz, das kranen
.
.
.
.
.
.
-
.
.
.
ach herrjeh, das punkterln wird fad,daher
















und?
was hast du geschätzt?

1987/88 ca

antwort folgt

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Re: törnbericht einer besonders "reizvollen" überstellung

Beitrag von wolfgangA » Freitag 22. Januar 2016, 23:19

Herbert hatte seine windy problemlos zur slip gebracht, gabi hat ihn dort abgeholt

ich hab mein boot zu einem Mechaniker gebracht, der den Motor komplett unter öl gesetzt hat, kosten 500 Schilling
danach zurück zum Campingplatz, die zelte richten

gabis und herberts zelt war ziemlich ok, unseres aber nicht
wir haben uns mit rohren, Besenstiel und co aber helfen können und dann war alles wieder ok

meine frau und ich fahren zurück zum boot, aufräumen sozusagen
schlimm war das

die Benzinkanister waren hinüber, die sitzauflagen auch, die angeln kaputt und alles andere auch
alles benzingetränkt
reine schei...beinander

na schön, oder auch schlecht, es ist, wie es ist

den bootsurlaub konnten wir getrost vergessen, aber das war uns schon vorher klar

fortstzung folgt
Zuletzt geändert von wolfgangA am Freitag 22. Januar 2016, 23:39, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: törnbericht einer besonders "reizvollen" überstellung

Beitrag von wolfgangA » Freitag 22. Januar 2016, 23:33

wir hatten trotz allem noch einen schönen Urlaub, wenngleich es dauernd regnete

wir haben ausflüge gemacht, waren gut essen, in Discos (damals gab es noch welche) und boottours auch gemacht

zwischendurch wurden unsere boote repariert

meine teel war sehr prforiert, herberts windy war schnell wieder ok, aber für diesen Urlaub nicht mehr zu gebrauchen (trocknungszeit für Polyester)
die teel wurde grad mal so zu unserer Abfahrtszeit wieder fertig

unser Motto damals: Humor ist, wenn man trotzdem lacht :-)

nur mit gabi hatten wir permanent ein Problem, oder eigentlich sie mit uns

sie hat uns immer wieder vorgeworfen, dass wir ihren Herbert in stich gelassen hätten
ihrer Meinung nach hätten wir ihn alle auf seiner fahrt zur slip begleiten müssen
dass wir aber auch ein boot zu versorgen hatten, ist an ihr völlig vorbeigegangen

wir ( sogar auch ihr mann) haben sie schlussendlich ignoriert :-)

in diesen sturmtagen ist auf einem Campingplatz auf krk ein Wohnwagen durch wellen ins Meer geschwemmt worden
zwei tote!
tragisch...

Fortsetzung folgt

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Re: törnbericht einer besonders "reizvollen" überstellung

Beitrag von wolfgangA » Freitag 22. Januar 2016, 23:51

die Rückreise nach wien war eine andere als die hinreise

wir merkten wohl das gewicht des zesätzlichen wassers, auch wenn unser boot repariert wurde

zuerst habe ich versucht, unser boot im anlleingang zu reparieren, ging nicht, danach in einer Autowerkstatt, ging auch nicht

mit glück habe ich dann das boot privat um fast den gleichen preis des einkaufs verkaufen können, glück braucht der mensch... :-D

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Re: törnbericht einer besonders "reizvollen" überstellung

Beitrag von Jugocaptan » Freitag 22. Januar 2016, 23:58

Ha la, wenn bei euch Polyester wochenlang "trocknet".............
mit herzlichem Gruss - Peter

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