Start war Anfang Juli in Koper, Besatzung waren meine Frau und ich, unser Schiff ist eine Dufour 385GL.
Nachdem wir am Samstag das Schiff gestaut und für die Überfahrt fertiggemacht hatten, legten wir noch am Samstagabend ab, um einen kurzen Schlag in eine nahegelegene Bucht zu machen (ich hasse es, in Marinas zu schlafen).
Sonntag ging es dann mit dem ersten Tageslicht los, Wetterbericht eher durchwachsen (wenig Wind), unser erstes Etappenziel ist Korfu, ich rechne mit knapp 5 Tagen. Der Plan ist, in die Mitte der Adria zu fahren und dann gemütlich, außerhalb der Großschifffahrtsrouten nach SE.
Leider müssen wir haupsächlich motoren und am Montagnachmittag bemerke ich ein verändertes Auspuffgeräusch und entdecke weißen Rauch.

Kühlwasser kommt, ich befürchte das Schlimmste (Zylinderkopf) und wir beschließen, Fano (immerhin die Stadt der Glücksgöttin) anzulaufen, um den Motor anschauen zu lassen.
Zwei Mechaniker schauen sich alles an, meinen, dass Kühlwasser (im inneren Kreislauf) fehlt. Sie füllen es nach und meinen wir sollen ruhig weiterfahren.
Dass das keine gute Idee war, zeigt sich wenige Stunden später. In der einsetzenden Dämmerung bemerke ich wieder weißen Rauch und wir beschließen, Ancona anzulaufen. Gegen 2 Uhr früh sind wir in Ancona und legen in der Marina Dorica an.
Der nächste Tag ist der Geburtstag meiner Frau (noch dazu ein runder), den "feiern" wir in der Werft der Marina.

Fazit: Der Auspuffkrümmer zugesetzt, Muscheln im Kühlwasseransaugbereich des Saildrive.
800€ ärmer, aber eine Erfahrung reicher setzen wir am Mittwoch unsere Fahrt fort.
Unterwegs sehen wir viele Schildkröten (sicher um die 40), die alle Richtung Süden ziehen.
Langsam wird uns auch Äolos gnädig und schickt uns Wind.
So rauschen wir mit guter Fahrt Richtung Palagruza. Dort sehen wir in der Nacht eine riesige Fischerflotte, es ist gar nicht so leicht zu antizipieren, was die vorhaben. Alles geht aber gut und am Freitagabend verlassen wir die italienische Küste und ändern den Kurs Richtung Korfu.
Seit kurz vor Palagruza alles unter Segeln.
Samstag in der Früh sehen wir die ersten griechischen Lichter und beschließen, gleich nach Paxos weiterzusegeln.
Am frühen Nachmittag legen wir mit Buganker in Gaios auf Paxos an und versuchen einzuklarieren.
Das gestaltet sich nicht ganz einfach, zumal es in Griechenland ein Dokument gibt, das sogenannte DEKPA, das jeder am Schiff haben muss, und in das der Hafenkapitän seinen Stempel gibt.
Die Polizistin ist sehr nett, bittet uns nach der Mittagspause wiederzukommen, um dann die Formalitäten zu erledigen.
Gesagt, getan. Nach einem Nachmittagsschlaferl mache ich mich wieder auf den Weg.
Wir werden einklariert, DEKPA gibt es, mit Verweis auf den kleinen Hafen, keines. Der Satz "Try next Port!" wird zu einem Stehsatz in weiterer Folge.
Wir beschließen nach einem schönen Abend am nächsten Tag ohne DEKPA nach Levkas zu segeln.
Fortsetzung folgt.
Lieben Gruß
Paul