Nevera 07-2026 und ihre Folgen
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- Willi
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Nevera 07-2026 und ihre Folgen
https://www.krone.at/4228065 Österreichische Yacht in Kroatien in Seenot.
Für mich liest sich das sonderlich. Warum geht man in die Rettungsinsel wenn die Yacht noch schwimmfähig ist? Das Boot konnte in den Hafen geschleppt werden.
Siehe auch https://www.yacht.de/special/seenot/unw ... den-unije/ oder https://kristijan-antic.blog/verheerend ... jni-bucht/
Für mich liest sich das sonderlich. Warum geht man in die Rettungsinsel wenn die Yacht noch schwimmfähig ist? Das Boot konnte in den Hafen geschleppt werden.
Siehe auch https://www.yacht.de/special/seenot/unw ... den-unije/ oder https://kristijan-antic.blog/verheerend ... jni-bucht/
Liebe Grüße
Willi
Willi
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jobe
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Re: neues aus Kroatien
Habe ich mir Anfangs auch gedacht, allerdings sind die Berichte darüber recht spärlich. Der Kristijan Antic veröffentlicht seine Blogs ja auch vie Facebook und dort waren ein paar mehr Infos zu finden. Angeblich saß die Crew nicht in der Rettungsinsel, sondern war noch an Bord des Boots. Sie hatten die Rettungsinsel aber vorbereitet und am Heck des Boots fixiert. Abgeborgen wurden Sie angeblich vom Boot.
Irgendwie gab es wohl einen Wassereintritt, warum das Boot dann allerdings einen Tag später gefunden und abgeschleppt werden konnte, verstehe ich auch nicht ganz. Wäre interessant zu erfahren, was sich wirklich abgespielt hat.
Wir waren in der Nacht auf Olib vor Anker. Wir sind extra weiter südlich geblieben, weil für Istrien / Kvarner Bucht heftige Gewitter vorhergesagt waren (war in der Regen-/Gewittervorhersage auch in der Windy App gut zu sehen). Gegen 5:00 Uhr Früh hat uns das Gewitter doch noch gestreift, auch wenn wir nur am Rand der Zone waren, waren die Windböen schon ziemlich heftig. Auf Unije hat es ja auch einige Boote erwischt: https://kristijan-antic.blog/verheerend ... jni-bucht/
Irgendwie gab es wohl einen Wassereintritt, warum das Boot dann allerdings einen Tag später gefunden und abgeschleppt werden konnte, verstehe ich auch nicht ganz. Wäre interessant zu erfahren, was sich wirklich abgespielt hat.
Wir waren in der Nacht auf Olib vor Anker. Wir sind extra weiter südlich geblieben, weil für Istrien / Kvarner Bucht heftige Gewitter vorhergesagt waren (war in der Regen-/Gewittervorhersage auch in der Windy App gut zu sehen). Gegen 5:00 Uhr Früh hat uns das Gewitter doch noch gestreift, auch wenn wir nur am Rand der Zone waren, waren die Windböen schon ziemlich heftig. Auf Unije hat es ja auch einige Boote erwischt: https://kristijan-antic.blog/verheerend ... jni-bucht/
- bachris
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Re: neues aus Kroatien
Ja, das versteh ich auch nicht. Auf dem Foto ist sogar das Groß gehisst. Wo lag denn da eine Notlage vor? Der Wind trieb sie hinaus aufs Offene und die Segel dürften ja aufgerollt gewesen sein.
Ich denke mal, es war eher Panik. Wer eine Nevera zum ersten Mal erlebt, kann schon ordentlich Panik bekommen. Ich habs schon zweimal erlebt und das ist wirklich schiach und sehr beängstigend. Man sieht nicht mal mehr den eigenen Mast, geschweige denn den Bug.
Und da denke ich mal, dass sie in der Panik sicherheitshalber die Rettungsinsel in Wasser geworfen haben.
Ich denke mal, es war eher Panik. Wer eine Nevera zum ersten Mal erlebt, kann schon ordentlich Panik bekommen. Ich habs schon zweimal erlebt und das ist wirklich schiach und sehr beängstigend. Man sieht nicht mal mehr den eigenen Mast, geschweige denn den Bug.
Und da denke ich mal, dass sie in der Panik sicherheitshalber die Rettungsinsel in Wasser geworfen haben.
Gruß Christian
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- Edwin
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Re: neues aus Kroatien
Ich möchte die Entscheidung des Skippers in der Situation nicht bewerten, denn dazu hätte ich dabei sein müssen. Aber es erinnert mich an einen Vorfall vor etlichen Jahren, als die Crew einer Segelyacht im Kvarner um Abbergung angesucht hat und eine Fähre zu Hilfe gekommen ist.
Eine Frau an Bord der Segelyacht wollte unbedingt als Erste geborgen werden und die Besatzung der Fähre hat es mit einer Seilbergung versucht, denn andere Mittel sind nicht zur Verfügung gestanden. Man hat also die Frau mit Seil und Bergegurt heraufgezogen, doch durch den sehr starken Seegang ist die Dame bei der Bergung mehrmals mit dem Kopf an der Bordwand so heftig angeschlagen, dass sie das leider nicht überlebt hat.
Die restliche Crew der Yacht hat dann von weiteren Bergeversuchen abgesehen und ist an Bord geblieben. Das Unwetter war aber so heftig, dass sie nach einiger Zeit neuerlich um Hilfe mit Abbergung angesucht haben. Wieder ist ein Schiff zu Hilfe gekommen und konnte die restliche Crew glücklicherweise unbeschadet von der Yacht bergen.
Aber – die Segelyacht wurde dann ca. 2 Wochen später mehr oder weniger „noch seetüchtig“ in Italien an einen Strand gespült. Es hätten also alle an Bord das Unwetter überlebt, wenn sie das Boot nicht aufgegeben hätten. Klar macht man da die Hölle durch, aber gerade eine Segelyacht übersteht schlimmstes Wetter, solange die Schoten dicht sind und kein Leck zu Wassereintritt führt.
Was ich jedoch mit Sicherheit nicht gemacht hätte, die Rettungsinsel „vorsorglich“ zu Wasser lassen, denn da wäre meine Sorge zu groß, dass ich das Ding im wichtigsten Moment aufgrund des Seegangs verliere. (ohne Ballast durch Insassen springt die Insel wie ein wild gewordener Geißbock durch die Wellen…) Ich würde also die Rettungsinsel erst zu Wasser lassen, wenn ich sicher bin, dass die Yacht in kürzester Zeit zum Untergehen verdammt ist und dann sofort einsteigen.
Auch wenn es beim aktuellen Fall kaum geholfen hätte – meine Skipper-Tools haben wieder Zuwachs bekommen, und zwar mit einem Windsimulator für die Adria sowie einem Tool für die Deutung der Wolkenbilder am Himmel. Zwei Werkzeuge, die zumindest für Neulinge am Wasser sicher ganz hilfreich sein können.
Und bei der Gelegenheit noch was – viele Skipper sind an Bord das „Mädchen für alles“ und wissen meist nur allein, worum es bei all den Sachen geht. Aber wenn Ihr so ein „Mädchen“ seid, habt Ihr Euch schon mal darüber Gedanken gemacht, wenn Ihr selbst mal (z.B. durch Unfall, plötzliche Erkrankung etc.) zu einem Seenotfall werdet? Wer von der Crew kümmert sich dann um einen Notruf am Funk, wenn man am Handy keinen Empfang hat? Mit einer kurzen Einweisung samt „Spickzettel“ ist es im Ernstfall nicht getan!
Ich habe daher für alle Skipper, die selbst noch kein UKW-Seesprechfunkzeugnis haben, oder einfach nur möchten, dass auch ihre Crewmitglieder im Notfall richtige Notrufe abgeben können, einen UKW-Seesprechfunkkurs online gestellt. (eine behördliche Prüfung braucht man freilich nur dann machen, wenn man auch eine amtliche Lizenz dazu haben möchte)
Jedenfalls wünsche ich Euch allen, dass Ihr niemals in eine Situation kommt, wie es gerade in der Adria geschehen ist!
Mast- & Schotbruch, aber stets eine Handbreit Wasser unterm Kiel wünscht Euch
Edwin
Eine Frau an Bord der Segelyacht wollte unbedingt als Erste geborgen werden und die Besatzung der Fähre hat es mit einer Seilbergung versucht, denn andere Mittel sind nicht zur Verfügung gestanden. Man hat also die Frau mit Seil und Bergegurt heraufgezogen, doch durch den sehr starken Seegang ist die Dame bei der Bergung mehrmals mit dem Kopf an der Bordwand so heftig angeschlagen, dass sie das leider nicht überlebt hat.
Die restliche Crew der Yacht hat dann von weiteren Bergeversuchen abgesehen und ist an Bord geblieben. Das Unwetter war aber so heftig, dass sie nach einiger Zeit neuerlich um Hilfe mit Abbergung angesucht haben. Wieder ist ein Schiff zu Hilfe gekommen und konnte die restliche Crew glücklicherweise unbeschadet von der Yacht bergen.
Aber – die Segelyacht wurde dann ca. 2 Wochen später mehr oder weniger „noch seetüchtig“ in Italien an einen Strand gespült. Es hätten also alle an Bord das Unwetter überlebt, wenn sie das Boot nicht aufgegeben hätten. Klar macht man da die Hölle durch, aber gerade eine Segelyacht übersteht schlimmstes Wetter, solange die Schoten dicht sind und kein Leck zu Wassereintritt führt.
Was ich jedoch mit Sicherheit nicht gemacht hätte, die Rettungsinsel „vorsorglich“ zu Wasser lassen, denn da wäre meine Sorge zu groß, dass ich das Ding im wichtigsten Moment aufgrund des Seegangs verliere. (ohne Ballast durch Insassen springt die Insel wie ein wild gewordener Geißbock durch die Wellen…) Ich würde also die Rettungsinsel erst zu Wasser lassen, wenn ich sicher bin, dass die Yacht in kürzester Zeit zum Untergehen verdammt ist und dann sofort einsteigen.
Auch wenn es beim aktuellen Fall kaum geholfen hätte – meine Skipper-Tools haben wieder Zuwachs bekommen, und zwar mit einem Windsimulator für die Adria sowie einem Tool für die Deutung der Wolkenbilder am Himmel. Zwei Werkzeuge, die zumindest für Neulinge am Wasser sicher ganz hilfreich sein können.
Und bei der Gelegenheit noch was – viele Skipper sind an Bord das „Mädchen für alles“ und wissen meist nur allein, worum es bei all den Sachen geht. Aber wenn Ihr so ein „Mädchen“ seid, habt Ihr Euch schon mal darüber Gedanken gemacht, wenn Ihr selbst mal (z.B. durch Unfall, plötzliche Erkrankung etc.) zu einem Seenotfall werdet? Wer von der Crew kümmert sich dann um einen Notruf am Funk, wenn man am Handy keinen Empfang hat? Mit einer kurzen Einweisung samt „Spickzettel“ ist es im Ernstfall nicht getan!
Ich habe daher für alle Skipper, die selbst noch kein UKW-Seesprechfunkzeugnis haben, oder einfach nur möchten, dass auch ihre Crewmitglieder im Notfall richtige Notrufe abgeben können, einen UKW-Seesprechfunkkurs online gestellt. (eine behördliche Prüfung braucht man freilich nur dann machen, wenn man auch eine amtliche Lizenz dazu haben möchte)
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- bachris
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Re: neues aus Kroatien
Da hast du vollkommen recht. Zudem ist es nicht einfach in diese Insel mit einer Schwimmweste reinzuklettern. Wir machen das jedes Jahr mit den Kindern bei der MIrno More. Ist richtig schwer.Edwin hat geschrieben: ↑Mittwoch 22. Juli 2026, 20:12Was ich jedoch mit Sicherheit nicht gemacht hätte, die Rettungsinsel „vorsorglich“ zu Wasser lassen, denn da wäre meine Sorge zu groß, dass ich das Ding im wichtigsten Moment aufgrund des Seegangs verliere. (ohne Ballast durch Insassen springt die Insel wie ein wild gewordener Geißbock durch die Wellen…) Ich würde also die Rettungsinsel erst zu Wasser lassen, wenn ich sicher bin, dass die Yacht in kürzester Zeit zum Untergehen verdammt ist und dann sofort einsteigen.
Immer wieder toll deine Tools. Vielen Dank, fürs Bereitstellen.Edwin hat geschrieben: ↑Mittwoch 22. Juli 2026, 20:12Auch wenn es beim aktuellen Fall kaum geholfen hätte – meine Skipper-Tools haben wieder Zuwachs bekommen, und zwar mit einem Windsimulator für die Adria sowie einem Tool für die Deutung der Wolkenbilder am Himmel. Zwei Werkzeuge, die zumindest für Neulinge am Wasser sicher ganz hilfreich sein können.
Ich glaube, dass daran nicht wirklich viele denken. Man glaubt vieles ist so selbstverständlich. Und dabei sind es die ganz einfachen Dinge, die einem selbst als superlogisch vorkommen, aber für andere absolut ein Problem sind. Und das fängt schon bei Gas und Gang im Motorbetrieb an, oder das Segel einholen oder zumindest aufmachen. Auch einfache Sachen wie einen Autopiloten rausnehmen muss man schulen.Edwin hat geschrieben: ↑Mittwoch 22. Juli 2026, 20:12Und bei der Gelegenheit noch was – viele Skipper sind an Bord das „Mädchen für alles“ und wissen meist nur allein, worum es bei all den Sachen geht. Aber wenn Ihr so ein „Mädchen“ seid, habt Ihr Euch schon mal darüber Gedanken gemacht, wenn Ihr selbst mal (z.B. durch Unfall, plötzliche Erkrankung etc.) zu einem Seenotfall werdet? Wer von der Crew kümmert sich dann um einen Notruf am Funk, wenn man am Handy keinen Empfang hat? Mit einer kurzen Einweisung samt „Spickzettel“ ist es im Ernstfall nicht getan!
Man muss sich nur vorstellen, dass man beim Segeln mit Autopilot über Bord geht. Da ist schon einiges zu machen. Segel auf, Motor an, Autopilot raus, beim Opfer aufstoppen, usw.......
Gruß Christian
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Re: neues aus Kroatien
Richtig, aber dazu kommt bei einigen natürlich auch eine gewisse "Eitelkeit", denn man möchte als Skipper freilich irgendwie auch gerne als "Allwissender Gott" betrachtet werden. Sicher, als Solcher kann man sich damit gegebenenfalls rechtfertigen, für einen Törn auch bezahlt zu werden, aber der Sicherheit für sich selbst, der Mannschaft und das Schiff, ist das nicht "dienlich".
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Re: neues aus Kroatien
Den Inhalten aus den vorgegangenen Posts kann ich nur vollumfänglich zustimmen. Nochmal ein paar Überlegungen zum eigentlichen Geschehen. Eine Nevera kann ein Segelboot (auch ohne gesetzte Segel) schon ordentlich auf die Backe legen. Wenn man sich die Situation ein wenig vorstellt - aufgrund der Bewölkung war es sicherlich stockdunkel, die Nevera peitscht einem den Regen ins Gesicht, der Wind drückt das Boot in Schräglage. Schon ein nicht geschlossenes Seeventil, oder ein schlecht geschlossenes Fenster, kann in dem Fall zu Wasser an Board führen, von dem keiner so recht weiß, wo es herkommt. In dieser Situation die Nerven zu behalten und völlig rational zu handeln, ist nicht so einfach, wie man sich das zu Hause auf der Couch vorstellt. Da kann schon Panik aufkommen. Unterm Strich kann man sagen - es sind keine Personen zu Schaden gekommen, am Boot scheint auch kein Schaden entstanden zu sein - also zumindest nicht alles falsch gemacht.bachris hat geschrieben: ↑Mittwoch 22. Juli 2026, 16:42Ja, das versteh ich auch nicht. Auf dem Foto ist sogar das Groß gehisst. Wo lag denn da eine Notlage vor? Der Wind trieb sie hinaus aufs Offene und die Segel dürften ja aufgerollt gewesen sein.
Ich denke mal, es war eher Panik. Wer eine Nevera zum ersten Mal erlebt, kann schon ordentlich Panik bekommen. Ich habs schon zweimal erlebt und das ist wirklich schiach und sehr beängstigend. Man sieht nicht mal mehr den eigenen Mast, geschweige denn den Bug.
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