Eigenbau Motorboot

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DerAnfänger
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Eigenbau Motorboot

Beitrag von DerAnfänger » Samstag 4. März 2017, 18:13

Hallo allerseits!

Ich versuch mich so kurz es geht zu fassen.

Da von unserer Truppe grade zwei einen Motorbootsführerschein machen haben wir uns überlegt, uns ein eigenes Motorboot zuzulegen.

Wir sind allerdings Studenten (wenn auch dafür mit relativ viel Kapital) und können uns somit nicht unbegrenzt viel Geld haben, haben wir uns überlegt ein eigenes Boot zu bauen.

Handwerklich begabt und geübt sind wir. Eine leere Garage hätten wir auch.

Die Frage ist jetzt allerdings: Wie wahrscheinlich ist es, eine Zulassung für ein Boot aus Eigenbau zu erhalten?

Wir halten uns natürlich an die Vorschriften, sind ja online einzusehen (z.B. 35 cm Mindestfreibord usw).
Geplant wäre ein Außenborder mit nicht all zu viel PS und Fernsteuerung (dafür darf der Motor ja maximal 54 PS haben).
Design wäre im Endeffekt relativ sportlich aber nichts abenteuerliches.
Maximallänge 7m, wenn überhaupt, wofür wir auch nur ein weißes Rundlicht bräuchten.
Wie gesagt, relativ Basic.

Wenn einer von euch Erfahrung mit sowas hat und mit sagen kann, ob man dafür wsl eine Zulassung bekommen kann, ohne dass einer von uns zugelassener Schiffsbauingenieur ist, oder ob wir das Vorhaben verwerfen sollten, wäre uns echt geholfen! :)

Liebe Grüße,
Der Anfänger und seine Truppe

wolfgangA
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Re: Eigenbau Motorboot

Beitrag von wolfgangA » Samstag 11. März 2017, 15:09

lasst das lieber bleiben
das ist echt heftig aufwendig und führt zu wenig erfolg, wenn ihr keine Bootsbauer seid

kauft euch ein altes, ausrangiertes Motorboot und baut dieses neu auf, sprich Mechanik, Elektrik uvm
wichtig sind auch gültige papiere für das boot, sonst dürft ihr maximal in der Badewanne damit fahren

lg wolfgang

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Re: Eigenbau Motorboot

Beitrag von Jugocaptan » Sonntag 12. März 2017, 22:12

Rein prinzipiell kann man ein Boot auch selbst bauen.
Vor der Zulassung ist es durch einen Zivilingenieur zu begutachten.
Das Boot kann dann aber de jure 5 Jahre lang nicht verkauft werden und muss im Eigengebrauch verbleiben.
Die PS-Zahl des Außenborders ist nicht beschränkt wenn er zum Boot passt (Gutachten) und ab 30 PS über eine Fernsteuerung bedient wird.

Aber ein Boot bauen, das dann auch fährt, ohne jede hydrodynamischen Kenntnisse und Kenntnisse im Bootsbau?

Prinzipiell hätte ich so was für relativ geringe Kosten anzubieten:
Silverline G10, Zulassg. bis 2019, 3,50 x 1,50, Yamaha 25 PS, Elektrostart
Bei Interesse PN
IMG_3724.jpg
mit herzlichem Gruss - Peter

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Re: Eigenbau Motorboot

Beitrag von bachris » Montag 13. März 2017, 07:09

wolfgangA hat geschrieben:
Samstag 11. März 2017, 15:09
das ist echt heftig aufwendig und führt zu wenig erfolg, wenn ihr keine Bootsbauer seid
Naja.......ein Nachbar von mir hat eine Alu-Segelyacht gebaut. Mit Doppekiel und ich glaub es ist eine 45er. Das Ding ist perfekt, obwohl er hauptberuflich Wirt war. Seine einzige Verbindung zum Segeln war, dass er ein guter Segler ist (z.B. Gewinner des Ecker-Cup usw...). Also Seglererfahrung war da, aber keine Bootsbauererfahrung.

Er hat sich ganz einfach die Pläne besorgt und das gesamte Schiff in "seinem Garten" gebaut. Dazu hat er sogar erst das Aluschweißen lernen müssen. Das war vor mehr als 15 Jahren und ging durch alle Medien.

Lasst euch nicht entmutigen. Wenn man nur auf "lass das lieber bleiben" hört, hätte es keine Onassis-Werft gegeben oder ähnliche.

Ihr müsst euch nur an die Regeln halten. Also ebenfalls Pläne besorgen und nicht auf eigene Faust eines konstruieren welches dann herumschaukelt wie ein Korkstoppel.
Obs billiger ist, kann man jetzt noch gar nicht sagen. Die Yacht des Nachbarn wäre ihm von einer Werft sicher wesentlich teurer gekommen.
Gruß Christian
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Re: Eigenbau Motorboot

Beitrag von wolfgangA » Montag 13. März 2017, 19:02

Servus Chris

mit Verlaub,aber dein vergleich ist wohl recht gewagt

du sprichst wohl die reinke yacht an, pläne von 30 - 50 fuss, alu, twinkieler

jemand aus der übernächsten ortschaft hat ebenfalls so eine yacht gebaut, vor rund 20 jahren
dazu benötigte er 5 jahre Bauzeit, etwa 1,5 mio ats und zwei Scheidungen
obendrein hatte er schwere Probleme mit der Zulassung, da er wesentliche Änderungen beim bau gegenüber den Bauplänen vorgenommen hatte (zb motorposition und mastposition verändert)

als das boot dann halbwegs fertig in der Donau zum Innenausbau lag, ist er draufgekommen, dass die Änderungen wohl doch nicht das wahre waren

Fazit, er hat das ding dann um einen bettel weiterverkauft und sich dann ein ausbaufähiges Kasko besorgt
damit fährt er allerdings noch heut spazieren

ein Kasko ausbauen ist immer noch aufwendig genug...

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Re: Eigenbau Motorboot

Beitrag von wolfgangA » Montag 13. März 2017, 19:15

@yugocapetan

dieses Angebot erscheint mir passend für Anfänger
dann sieht man auch, ob man wirklich dabeibleiben will

gerade junge leute sind ja recht schnell zu begeistern, aber diese Begeisterung ebbt halt leider auch recht schnell wieder ab, meistens halt

@bachris

und wieviele Reedereien sind ggü Onassis bald wieder zugrunde gegangen? ich erinnere da mal an die krise mit den libertyschiffen in den 60ern

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Re: Eigenbau Motorboot

Beitrag von bachris » Mittwoch 15. März 2017, 07:21

1,5mio Schilling ist eh nicht viel. kurt hat allein schon 120.000 ATS für den mast bezahlt. aber wenn du eine joghurtbecher-yacht kaufst, kommst du unter 4-5 mio SCHILLING auch nicht davon. und für eine Weltumsegelung (dafür hat er sie gebaut), ist alu schon wesentlich besser
drum ist die Ersparnis schon ziemlich heftig.

Auf diesem Bild aus 2010 ist sie bei der Entstehung zu sehen.

wenn dein bekannter selbstständig veränderungen am plan vornimmt, ist er selber schuld. da kann ihm keiner helfen.

ich bin halt der Meinung, dass man sich nicht entmutigen lassen sollte, sondern man alles schaffen kann, wenn man es wirklich will und dazu auch vernünftig handelt. natürlich gibt es unzählige Negativbeispiele (Konkurse, ect...), wenn mal jemand etwas gewagt hat. aber dann war das ganz vielleicht doch nicht so gut durchdacht.

Bereue nicht die Dinge, die du in deinem leben getan hast, sondern jene, die du nicht getan hast.
Gruß Christian
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Re: Eigenbau Motorboot

Beitrag von wolfgangA » Mittwoch 15. März 2017, 21:35

und da wären wir schon mal am punkt:

wozu ein boot selber bauen, mit nicht kalkulierbaren effekten, wenn man mit ein wenig suche, eines von der Stange bekäme

diese schiene > "ich bau mir eine weltumsegelungsyacht" hat in Wahrheit bis auf ganz wenige ausnahmen noch äusserst selten funktioniert
ausnahmen sind wohl die kochs, der burgkhardt und die seenomaden, wobei diese nie eine SY selbst gebaut haben

grosse ausnahme: Wolfgang hausner...die taboo und auch nummer 3

aber das funkt wohl auch nur in milloinstel vieler fälle

wenn du, lieber Chris, der Meinung bist, dass deine yacht unbedingt eine stahlyacht oder eine aluyacht sein soll, so gehe ich NICHT davon aus, dass du diese auch selber bauen wirst
oder liege ich falsch?

egal, du wirst die stahlplatten wohl NICHT von einem schiffsbauer schneiden lassen, du wirst deine innenausbauelemente wohl nicht von Innenarchitekten gestalten lassen
du wirst deinen Motor wohl nicht einem zivilingenieur überlassen, sondern deinen eigenen einfluss eingleiten lassen usw

du weisst,was ich meine

für Bootsbau braucht man Erfahrung, wissen und vieles mehr

Studenten und andere sollten sich auf ihr Studium konzentrieren,











?

crabclaw
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Re: Eigenbau Motorboot

Beitrag von crabclaw » Mittwoch 26. September 2018, 20:25

Hallo,
gibt zwar schon etwas länger keinen Beitrag in diesem Thema mehr, aber ich frage mal in die Runde, ob hier jemand konkrete Erfahrung bei der Zulassung eines Eigenbaubootes hat.
Habe heute eine potentielle Anlaufstelle kontaktiert und beim Wort Eigenbauboot wurde man am Telefon schon skeptisch. Als ich sagte, dass es nach eigenen, also nicht nach gekauften Plänen gebaut wurde, wollte man sich dem Fall nicht mehr wirklich annehmen. Falls jemand Erfahrung mit dem Prozedere hat würde es mich brennend interessieren.
Nur so viel, ich hab kein Boot für eine Weltumsegelung und auf Binnengewässern komme ich mit Segeln und einem Elektroflautenschieber auch zulassungsfrei zurecht. Sobald ich mich aber aufs Meer begebe (und nur für den Fahrtenbereich 1) bräuchte ich einen kleinen Benzinaußenborder, weil sonst die Familientauglichkeit nicht gegeben ist, weil wenn ich meiner Frau sage, wir müssen jetzt 10 km zurückpaddeln weil kein Wind mehr ist, dann fährt sie danach genau noch 0 Mal mit und dasselbe gilt für die Kinder.
Und noch eine Anmerkung aus eigener Erfahrung - sparen kann man durch Eigenbau nicht wirklich. Ein wenig vielleicht im Vergleich zu einem neuen Boot, aber am Gebrauchtmarkt findet sich fast immer irgendwas, das unter dem Strich billiger kommt. Der Grund des Eigenbaus ist aus meiner Sicht ganz einfach der, dass man konkrete Vorstellungen von einem Boot hat, die einfach kein auf dem Markt befindliches Boot erfüllt. Und abgesehen davon ist es der Reiz, mal was Neues und Anderes auszuprobieren. Aber von Vornherein zu sagen, etwas kann nicht funktionieren finde ich eher fad. Ich für meinen Teil habe zuerst ein Modell 1:5 entworfen, dann einen Prototypen aus laminiertem XPS (war sogar größer als das Endprodukt) bebaut und dann erst mein eigentliches Boot. Nach in Summe sicher mehr als 1000 Stunden Arbeit, einige Tausend Euro weniger am Konto und 2 Jahre später würde ich aber trotzdem jedem empfehlen, es auch zu machen.

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